Buschka entdeckt Deutschland

Flic Flac ist wieder da!!!

Filed under: Allgemein — 10. Juni 2013 @ 13:18

“Total Extrem!”, – wer erinnert sich nicht an die dralle Blondine, die ´ne zeitlang im mitternächtlichen RTLII-Werbeblock mit diesen dezenten Worten auf Ihr Telefonsex-Angebot hingewiesen hat…
Die aktuelle Comeback-Show meines Lieblingscircus FlicFlac namens “Exxtrem – denn sie wissen, was sie tun!” ist wirklich extrem! Am Samstag habe ich mir die Premiere in Frankfurt angeschaut, von Beginn an geflasht von den Ausmaßen des nicht mehr runden, sondern breiten Zelts (bestehend aus mehreren klassischen Zeltelementen). Die bekannten lustigen Bienenfarben außen, – aber innen ein 120 x 60 Meter großes Arrangement zweier (vierer) mächtiger sich gegenüberliegenden Tribünen á la Wetten Dass für 1.500 Zuschauer. Zwischen ihnen, abwechselnd auch auf Rampen zig meterhoch in der Luft (das Zelt nimmt man innen gar nicht als solches wahr, es fühlt sich an wie unter einem dunklen Nachthimmel) und als teilender Zugang spielt jeweils in ihrer Mitte die Musik: mit einer Art einführendem Rammstein-Intonator und einer Männermodel-Entourage in Armani-Anzügen begann die Show, die danach bis auf wenige Ausnahmen von original Rammstein-Songs begleitet wurde. Ebenfalls zum Auftakt defilierte ein Fuhrpark aus Monster- und Fantasie-Baggern. Erinnerte mich irgendwie an die Open-Air-Show der “Hell Drivers” aus den 70ern. Klasse! Und es gab Feuer-Fontänen und brennende Mülleimer.
Diese Show schafft es wirklich, dem klassischen Circus eine Mega-Version obendraufzusetzen! Von allen Medien-Knallern ein bißchen. Auch an Stefan Raabs TV-Shows mit Parcours fühlte ich mich erinnert.

Es ging gleich zur Sache: ein junger Mann sauste hoch oben mit dem Schwungtrapez haarscharf an Deckenlampen und Rampenaufbauten vorbei, drehte sich frei in der Luft, ließ das Adrenalin beim Zuschauen einschießen.

Wichtig: die Nummern füllen die Superlative-Erwartungen allesamt wirklich mit Leben aus! Ob es die tolle Zweier-Jonglage auf sich in x- und y-Achse voneinander wegbewegenden Gabelstaplern ist, oder Motorradfahrer, die von einer Rampe startend beängstigend weit durch die Luft fliegen, ganz zu schweigen von der Todeskugel, die mit unfaßbaren neun Motorrädern “bespielt” wird.

Flic Flac lebt! Ich mochte schon immer die Mischung aus etwas kitschigen 80er-Musik-Fetzen samt der “Mode” und gleichzeitig allerfeinsten Artistik-Nummern, die durch die Bank Weltniveau haben.
Und die Idee, jetzt alles etwas düster-lüstern (es gibt auch eine Trampolin-Nummer rund um ein “Freudenhaus”, in dem die lecker gekleideten Artistinnen die Bezeichnung “Bespringen” durch ihre sich offenbar als Freier gebenden Kollegen wörtlich nehmen dürfen) und rammsteinig zu gestalten, geht wunderbar auf!

Von einer 15 Meter hohen Rampe stürzten sich Inline- und BMX-Skater zum Sprung durch die Luft, und auch auf dem Boden wurde durch eine sensationelle Diabolo-Nummer höchstes Darbietungs-Niveau und Spaß garantiert.

Ein absolutes Highlight waren die zwei großen Einlagen des amerikanischen Comedians Peter Shub, der in reinstem Denglisch genial-minimalistische Zoten darbrachte, im Handumdrehen das Publikum zu Klatsch-Aktionen animierte, oder kurzerhand pantomimisch seine Geburt nachspielte.

Heiß her ging es reichlich: gipfelte die eben beschriebene Jonglage-Nummer im gleichzeitigen Striptease, so bot auch die Chinese-Pole-Artistin und eine Handstand-Akrobatikerin Artistik mit einem kräftigen Schuß Erotik.

Arrangiert in einer Art WestSideStory-Sujet boten zwei Hand-auf-Hand-Akrobatiker das Eleganteste, was man mit Bizeps und Bauchmuskeln so anstellen kann.

Hab´ich was vergessen? Ja, – ein im Fettsuit steckender Clown mit Blondhaarperücke, künstlichen Brüsten, reichlich Kunstfleisch am Poppes und reizendem roten Minirock wirbelte zwischendurch mal mehr, mal weniger lustig herum, “dressierte” dabei auch mal mit der Reitpeitsche einen Bagger, dem die Elefantennummer gut zu Roste stand.

Insgesamt eine bombastische Show, wirklich gute neue Ideen (eine Tuchnummer zweier Artisten fehlte an diesem Abend leider wegen einer Fernsehaufzeichnung), und eine ungewöhnlich spannende Atmosphäre!
Unbedingt gucken!

Bericht: Jörg Buschka

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