Buschka entdeckt Deutschland

Folklore wird weitergehen!

Filed under: Allgemein — 26. August 2013 @ 12:48

Das tolle Wiesbadener Sommerfestival FOLKLORE steht momentan wegen Verhandlungen mit den Ordnungsbehörden rund um die Spielzeit bis 24 Uhr auf der Kippe. Ich bin mir allerdings sicher, daß die vielen Freunde und Fans des Festivals den kulturellen Wert der drei traditionellen August-Tage durch Demos und Petitionen etc. verteidigen werden, wenn´s drauf ankommt. Für mich steht deshalb felsenfest klar: Folklore wird weitergehen – freuen wir uns auf Folklore 2014 im Kulturpark beim Hbf Wiesbaden!

Gestern ist die 2013er Ausgabe regnerisch aber fulminant zuende gegangen.
Auf dem Gelände war Beschallung jeglicher Art bis 24h erlaubt, – in der ofenfrischen Schlachthof-Halle gab es Samstag- und Sonntagmorgen bis 5h Programm.

Um an meinen letzten Folklore-Bericht anzuknüpfen: leider habe ich auch dieses Jahr den Flohzirkus verpaßt – weil es ihn nicht im Programm gab…
Ich war am Freitagabend (komplett gemütlo-sommerlich und ohne Regen) und gestern, Sonntag, auf dem Festival; BLUMENTOPF und JENNIFER ROSTOCK am Samstag habe ich leider verpaßt. Ein Freund schwärmt vom BLUMENTOPF-Konzert, – da sei mir wirklich ein Kracher entgangen…

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Auch diesmal war ich weniger zielgerichteter Gig-Besucher als Schlenderer zwischen den Performance- und Uääääeeey!-lange-nich-gesehen!-Welten.

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Was FOLKLORE so besonders macht, sind neben dem hammer Preis-/Leistungsverhältnis von 20€ Festivalticket für große Namen und musikalische Vielfalt die kleinen, immer neuen Nebenschauplätze wie z.B. eine gruselig hohe Kletter-Schlange, die man ab 1€ Vereins-Spende erklimmen konnte.

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Das Bild zeigt den todesmutigen Probanden Florian Oechsle kurz vor Erreichen des Piephuhns auf dem “Gipfel”.

An allen Tagen gab es neben dem Band-Programm auch wieder Kabarett und Clownerie, der CIRQUE BOUFFON sogar mit eigenem Stand, auf einer der vier Bühnen und unterwegs auf dem gesamten Platz.

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Nach Sonnenuntergang verwandelt sich FOLKORE in ein kuscheliges Lichter-Universum.
Die Kulturfabrik und die Superbrains vom Chaos Computer Club Mainz/Wiesbaden projezierten dieses Jahr ein altes Symbol der Arbeiterklasse und Politik gleichermaßen auf den ahnungslosen, friedlichen Wasserturm.

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Nach großem Hallo und innerem Ankommen gab´s für mich mal wieder TOCOTRONIC. Ein erstes persönliches Highlight und das bisher beste Konzert der Hamburger, das ich gesehen habe.

Florian überredete mich dann noch zu DENDEMANN, mit dessen Reibeisen-Stimme ich aber nicht warm werden konnte. Wie gesagt: BLUMENTOPF habe ich dann am Samstag ja leider verpaßt.

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Super Abwechslung für den spontanen Club-Besuch zwischendurch lieferten wieder DANCEPARADER SUPERSTAR, eine über den gesamten Platz wandernde Mini-Disco mit Türstehern, DJ, Go-Gos, Lightshow und sogar Pyro, wie das sensationelle Foto meiner trashigen Handykamera beweist.

Der regnerische Sonntagnachmittag:
Zeit, sich in Gummistiefeln und mit Schirm ausgerüstet in den Familientag bei FOLKLORE zu stürzen!
Es gab neben vielen Programmangeboten speziell für Kinder auch jede Menge alternative Spielgeräte, Tipis, eine kleine Welt mit viel viel Sand (obwohl… …im Regen schwierig…) und Schleckereien vom Bio-Eis bis zur Schoko-Ananas.

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Wichtig ist den Veranstaltern aber offenbar auch, was langfristig für Kinder getan wird. Eine Ausstellung auf dem Platz machte auf globale soziale Probleme und die Notwendigkeit der Durchsetzung von Kinderrechten aufmerksam. Toll!

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Wie gesagt: Gummistiefel oder anderes undurchlässiges Schuhwerk angezogen, – dann ist auch ein Regennachmittag bei FOLKLORE ein Erlebnis!

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Weiterer Höhepunkt für mich: BOMBA ESTÉREO auf der großen Parkbühne. Leider konnte ich nur zwei Songs miterleben.

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Toller Abschluß des Festivals und Herzensangelegenheit war für mich der Gig von ZAITSA, einer deutsch-ukrainischen Folklore-Band mit starken Rock- und Jazz-Elementen. Die Sängerin Olga und Gitarrist Marek sind meine Nachbarn; ich kenne die Bandprojekte vor der Gründung und war bei den ersten Auftritten dabei.
Völlig unabhängig vom persönlichen Bezug gefällt mir einfach die hohe musikalische Qualität der durchweg professionellen 7köpfigen Band mit einer Sängerin, die von Jazz-Standards über Oper bis zu russischer und ukrainischer Folklore stilsicher eine bemerkenswerte Performance liefert, die von schrägen komödiantischen Anekdoten rund um das Liebesbalzen ukrainischer Männer und Frauen durchzogen ist.
Beim FOLKLORE-Auftritt, der gleichzeitig den Abschluß des Festivals markierte, wollte jedenfalls auch das Publikum die Band einfach nicht von der Bühne lassen und forderte eine Zugabe nach der anderen.

Danke für dieses tolle Festival – Folklore muß 2014 weitergehen!

Bericht und trashige Handy-Fotos: Jörg Buschka

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