Buschka entdeckt Deutschland

Schön Platz im Wohnzimmer!

Filed under: Allgemein — 27. August 2012 @ 17:08

Folklore 2012 in Wiesbaden. Für mich wieder ein Pflichttermin, nicht nur, weil ich dort alljährlich liebe Freunde und alte Weggefährten (eben einfach auch mal Andere als die üblichen schnutenziehenden Wiesbadener) treffe.

Gelassenheit war diesmal mein Treibstoff. Kein einziger Act, den ich nu UNBEDINGT sehen mußte, – stattdessen interessierte mich die Atmosphäre auf dem Gelände. In diesem Jahr ragte neben der alten Schlachthof-Halle bereits der lang besprochene Neubau in die Luft, während der Festivaltage Freitag, Samstag und Sonntag würdig durch farbiges Licht innen und eine tolle, international hochkarätig besetzte Graffiti-Aktion außen als die Neue Erste Lady Am Platz gefeiert.

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Begeh- und bespielbar war sie -wie ursprünglich angepeilt – zum Festival-Termin zwar noch nicht, anders als beim Flughafen-Wahnsinn in Berlin werden die glühenden Neu-Hallen-Fanatiker in Wiesbaden aber bloß um drei weitere Monate “vertröstet”, und ganz fest geplant am 16. November belohnt, wenn “Frau Doktor” zur großen Einweihungsparty aufspielen werden.

Es war ein Rekordjahr für die Veranstalter: noch nie vorher hatte es einen solchen Run auf die Karten gegeben!
Von den großen Namen sah ich diesmal am Freitagabend ein wenig von “Jupiter Jones”, die mir sowohl vom Instrumentalen als auch vom tollen bassigen Gesang gut gefielen. Schöne, ehrliche Show.
Präsentiert auf der großen Parkbühne, die -zusammen mit der gegenüberliegenden Südbühne- ein neues, megaausmaßiastisches Monster-Areal einrahmte, das im Kontrast zum verwinkelten Flanierbereich nach dem Haupteingang noch mehr Platz für ein jährlich immer NOCH ein bißchen größeres Konzertevent bot. Schnuckelig flankiert von Lab- und Futterständen und zünftigen Bierbank-Bereichen. Eben einfach VIEL PLATZ IM WOHNZIMMER!

Daß die neue Halle und der wie jedes Jahr toll beleuchtete Wasserturm schon jetzt ein Ensemble bilden, unterstützt den Kontrast zwischen den beiden Festival-Arealen noch, und schafft so mehr Vielfalt auf der immer noch neuen Location, die am Sonntag sogar von Jungspundin “Fiva & Das Phantom Orchester” noch “(…) im Garten” genannt wurde. Auch auf der Parkbühne. Nicht meine Musik. Ich mag ja die Idee von der rappenden Journalistin, nur war´s mir zu verkopft. …ich war aber eigentlich noch beim Freitagabend.

Nach ein paar Takten “Egotronic” auf der Südbühne inspizierte ich auf der Parkbühne “Kraftklub”, konnte mich aber musikalisch nicht anfreunden. Außerdem waren mir die Zwischenansagen deutlich zu lang. All das war aber wohl exakt nach dem Gusto der durchschnittlich 17jährigen Gäste just bei dem Gig, und dat is völlig ok so.
Während all dem sauste ein mobiler Discoclub samt DJ Secus namens “Danceparader Superstar” über das gesamte Gelände; mit sattem Sound, Lightshow und extrem sexy Tänzerinnen-Unterstützung.

Samstagabend verpaßte ich auf der Parkbühne leider “Bonaparte”, die eine extrem gute Show mit barem Busen und Kunstblut und… …ach ja… …Rockmusik gemacht haben müssen, – Jeder erzählte mir an dem Abend davon.
Danach war “Casper”, der definitive Headliner und Magnet des Festivals in diesem Jahr, die Attraktion am selben Ort.
Musikalisch alles sauber und atmosphärisch vom Feinsten, höre ich in Sachen Stimme bei dem Herrn leider nur ein Krächzen und Bölken. Is wahrscheinlich´n super Typ (der sympathischerweise -wie mir die Kabarett-”WC-Perlen” Ramona und Bianca erfundenermaßen am Sonntag petzten- kurz vor dem Gig vor lauter Aufregung noch “die Unterhose hatte wechseln müssen”), ich könnt´s aber nicht als Musik bezeichnen, wenn man mich fragt. Die Crowd war jedenfalls komplett zufrieden.
Spaßigeres gibt´s danach zu berichten von “Timid Tiger”, die am selben Abend ihren Reggae erfolgreich mit hochgehaltenen “Maka naka”- und “Chika Pika pika”-Schildern aufpeppten und in der Presse als “Indierock” gehandelt werden. Ditte hat jefetzt!

Das neue Areal und die somit größere Weitläufigkeit des Festivals gefällt mir sehr gut, – mehr Abwechslung auf einem flachen Platz ist kaum denkbar. Diese Weite führte konkret allerdings dazu, daß man spontan getroffene Freunde später nicht mehr so leicht wiederfand. Denn überall unterwegs wartete ein 2-Minuten-Pläuschchen, lockten die knusprigen Dinnede (weiteres Highlight jedes Jahr für mich!) oder sämtlicher anderer Schmaus. Das ist nicht neu, dauerte jetzt aber eben noch etwas länger.
Daß die Halle nicht bespielt wurde, hat mich nicht gestört, -im Gegenteil: ein Sommerfestival lebt ohnehin mehr von Outdoor-Sachen aller Art.
Zum letzten Parkbühnen-Tag, dem Sonntag: zu Fiva hatte ich ja schon was gesagt;

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Die kanadischen “Walk Off The Earth”, die ihr erfolgreiches “Somebody that I used to know”-Cover präsentieren sollten, fesselten mich zumindest einige Songs lang. Es klang nach Ska, war jedenfalls multi-instrumental und schnell, und bestand aus diversen SängerInnen. In diesem Fall stimmten auch andere Gäste in mein Gemaule ein, das sei doch so am Stück auf Dauer recht “speziell”. Den Top-Song habe ich dann nicht mehr abgewartet.

Wie gesagt, gab es für mich schon von meiner Nicht-Planung her überhaupt kein festes musikalisches Programm, sondern eher ein großes Meet & Greet mit lieben Menschen.
Darunter Feier-König und Ex-Kommilitone Wigbert, den ich schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Beim Goa-esken House-Zelt haben wir die 90er wieder tanzmäßig auferstehen lassen. Liebe Grüße an dieser Stelle!

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Und als ganz große Überraschung meinen lieben Web-Kollegen Waldemar Müller, den “Power-Dienstleister”, den ich am Sonntagnachmittag traf! Ein dreifaches Horrido von hier aus!!

Am Freitagabend ließ ich mich außerdem auf der kleinen Kabarett-Bühne vom Ostberliner Hans Krüger bespaßen, der anhand eines Wanderschuhs seinen Höhenflug auf 7000 Meter beschrieb.

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Neben den Außerirdischen “Die Quassler”, die ich leider nicht getroffen habe, waren als Walking Acts z.B. die erwachsenen Riesensäuglinge “Blue Baby Blue” unterwegs (die einmal an mir vorbeigesaust sind), und sehr zutrauliche “Giraffen” samt aparter akustischer Musikbegleitung, die einerseits süß Kindern ihre Köpfchen zum Streicheln entgegenstreckten, mittels leisen Heranpirschens gleichzeitig aber auch mit ihren langen Zungen bei diversen Besuchern schaurig-schöne Erschrecker auslösten.

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Mein persönlicher kleiner Kracher waren diesesmal die trashig-sexy Französinnen vom “Mademoiselle Orchestra”, die mit trompetenlastigen Instrumental- und Gesangsstücken und einer Mischung aus einer Art weiblichem Sgt.-Pepper-/Spice-Girls-Approach und Theater sowohl den ganz Kleinen als auch den Papas ordentlich “einheizten”, – und das schon am Nachmittag! Wow!

Alles in Allem habe ich dieses Jahr wieder viel Spaß gehabt und konnte am Rande des Programms einfach nette Gespräche und Momente haben; traf aber eine ganze Reihe weniger Freunde und Bekannter (nicht bloß, weil ich Leute bei Facebook gelöscht habe…), und konnte mich im Programm ein wenig weniger “wiederfinden” als sonst, ich alter 41jähriger Sack.
…und leider habe ich auch dieses Jahr den so allseits gepriesenen FlohCircus verpaßt…
2013 sollte es klappen!

Artikel und lausige Handyfotos: Jörg Buschka

2 Kommentare

  1. Waldemar Müller:

    … na insbesondere unser Foto ist doch gar nicht mal so lausig – Du hättest dich vielleicht doch auf einen Stuhl stellen sollen, aber ansonsten haben wir uns gut getroffen :-)

  2. joerg:

    Du hast Recht, – irgendwie sind wa Beide verdammt sexy auf´m Fottto! :) Guuude un Roggenrohl, Jörg

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