Buschka entdeckt Deutschland

Buschka über Buschka

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Ich will mich nicht mit dem zufriedengeben, das mir “aufgetischt” wird. Zwar halte ich es für eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Glücklichsein, auch naiv sein zu können, aber ich will selbst losgehen und schauen, wie meine Welt wirklich aussieht.

1971 wurde ich in Arnsberg/NRW geboren.
1983 habe ich das Comiczeichnen für mich entdeckt, was ja schon eine Art “Filmemachen” ist.
In internationalen Fanclubmagazinen des Ex-Marillion-Sängers “Fish” habe ich meine Comics veröffentlicht, und studierte zwischen 1995 und 2001 Design in Wiesbaden. Eigentlich “sollte” aus mir ein Illustrator bzw. Creative Director werden. Über die 3-D-Computeranimation und Filmprojekte an der Fachhochschule kam ich 1996 zum Bereich Video/Film.

Inzwischen stecke ich als Filmemacher und Freier Journalist mitten im Geschäft mit den Bewegten Bildern, habe “harte” und “weiche” Themen in Form von TV-Reportagen und -Magazinbeiträgen realisiert. Als Mitarbeiter beim Dortmunder WORLDMEDIASERVICE war ich (hoffentlich nicht für den Untergang verantwortlicher) Teil der ersten “Internet-Blase” und habe als Redakteur und Autor im Jahr 2000 zum ersten Mal im Bereich Web-TV gearbeitet. Neben dem Bereich Boulevard lernte ich bereits 1999 die “andere Seite des Journalismus” kennen –das Begegnen wirklicher Grenzen und Herausforderungen. Ich führte in einem stationären Hospiz ein Interview mit einer Frau, die wegen ihres unheilbaren Hirntumors wenige Wochen später sterben würde -und das auch wußte. Es folgten weitere Themen in dieser Richtung -u.a. in der SWR-Reihe “Mensch Alltag” Geschichten vom Koblenzer Hauptfriedhof; vom Alternativen Bestatter bis zur Leichenhalle. Für ein TV-Magazin beschäftigte ich mich mit der Arbeit einer Drogen-Soko, sprach mit Aussteigern und mit Streetworkern. Für mich deshalb als Thema ein “Dauerbrenner”: Jugendalkoholismus. Angesichts vieler zerstörter Biografien, zahlreicher sinnloser Unfälle und eskalierender Gewalt läßt mich das nachdenklich und fragend zurück. 2004 realisierte ich als weitere Auftragsproduktion einen Film über die Arbeit einer Hilfsorganisation in Nepal, begegnete von Lepra entstellten Menschen, und solchen, die so arm waren, daß sie mir in der Innenstadt von Kathmandu bettelnd auf dem Boden hinterhergekrochen sind. Dort habe ich auch eine Familie beobachtet, die quasi direkt an einer wilden Müllhalde unter einer Brücke lebt –„auf Tuchfühlung“ mit einem permanenten, beißenden Geruch von Tierkadavern, Bergen von Haushaltsabfällen und allen anderen Abfallsorten -und das bei stechender Hitze. Es folgten einige Magazinbeiträge, Reinactment-Sequenzen für eine Studioproduktion, und die Arbeit als Autor und Produzent an einer Reportage-Reihe über eine Familie, die im selbstgebauten Katamaran um die Welt segeln. 2007 habe ich an einer ARTE-Dokumentation über die Ausbreitung der chinesischen Wüste mitgearbeitet, 2008 an einer weiteren über Extremwetter. 2009 habe ich einen Film über Hilfsprojekte in Mosambik gemacht, und als Reporter im On für ZDF Online vom Deutschen Filmpreis in Berlin berichtet. Aktuell bin ich Produzent und Regisseur mehrerer Imagefilme, arbeite an einem zusätzlichen, neuen Online-Format, und schneide unseren ersten B.e.D.-Film, der Anfang 2010 Premiere feiern soll.

Mir wurde seit meiner Kindheit auch immer wieder von ganz unterschiedlichen Menschen empfohlen, mich mit meiner “Abgedrehtheit” auch selbst mal VOR die Kamera zu stellen.
Die ersten “Head-Hunter” waren in diesem Zusammenhang wohl meine eigenen Großeltern, die mich dabei beobachteten, wie ich als 6-Jähriger auf ihrer Kommode saß und alle Lieder der ZDF HITPARADE auswendig in eine Haarbürste sang.
1980 wurde ich dann zu einem “richtigen Moderator” -dank meines ersten Audio-Kassettenrecorders! Ich nahm allein und zusammen mit Freunden kleine Hörspiele auf, experimentierte mit Geräuschen, oder dokumentierte z.B. einfach Fragmente von Gesprächen meiner Familie.

1985 war ich Chefredakteur der Schülerzeitung unseres Gymnasiums, und führte mein erstes Promi-Interview mit Erich von Däniken, das ich auf einem klobigen Diktiergerät aufzeichnete, mit dem ich auch privat kleine Reportagen aufnahm.
In den 90ern nahm ich zusammen mit einem Freund regelmäßig Audio-Kassetten darüber auf, wie wir zu der Zeit uns und die Welt wahrnahmen, gemischt mit kurzen Hörspielen.
In meiner Zivildienstzeit 1993/94 in Münster zog ich mit einem Freund und seiner Videokamera los, und stellte Leuten auf der Straße absurde Fragen -in etwa “in der Tradition von Hape Kerkeling”. Wir drehten mit uns und anderen Zivildienst-Kollegen als “Schauspieler” auch kleine “Spielfilme” mit improvisierter Handlung. Das “Philosophieren auf Tonband” verlagerte sich in der Zeit ebenfalls auf das Video-Bewegtbild, und ich unternahm mit einem Freund aus der Kunst-Szene Städtetouren und Ausflüge in die Natur, während derer wir uns gegenseitig filmten und unsere Gedanken zum Leben erzählten.
Vor ein paar Jahren fing ich zudem an, Material für ein eigenes Comedy-Programm zu schreiben. Seitdem habe ich mit einigen erfolgreichen deutschen Künstlern über dieses Geschäft spechen können –von Comedian Hennes Bender bis zur Kabarettistin Anka Zink -, aber ich weiß trotz meiner Ideensammlung etc. noch nicht, ob eine solche nicht-improvisierte “Frontal-Comedy” das Richtige für mich wäre -ich suche noch nach der richtigen Plattform.

Ich bin viel und oft im Programmkino zu Gast, schaue Fiction und Dokumentarfilme. Und gute Reportagen im TV – am liebsten Produktionen der BBC, Produktionen des ZDF und der ARD.
Ich will selbst eintauchen und “dabeisein” können, das geht für mich am stärksten mit langen Einstellungen. Der Interviewer und der Protagonist zusammen im Bild, im “ungeschminkten” Umfeld, das mag ich auch als Zuschauer am liebsten.

Jetzt will ich diese “Welten“ zusammenbringen: Improvisation, Situationskomik, Dokumentarfilm UND Journalismus! Dazu brauche ich immer echte Neugier und viel Raum für Spontanes. Dabei nehme ich im journalistischen Teil meine Interviewpartner immer ernst und interessiere mich für jede einzelne Geschichte. Schon nach der Erfahrung der ersten Drehs von BUSCHKA ENTDECKT DEUTSCHLAND hat sich für mich bestätigt, daß es wirklich berichtenswerte Geschichten von Menschen “direkt vor meiner Haustür” gibt.

Ich bin nicht darauf aus, Menschen peinlich „vorzuführen“, und mich reizen auch nicht die Fehler und Ungereimtheiten der Leute –sondern deren Visionen, Motivationen und Lebensmodelle. Mit BUSCHKA ENTDECKT DEUTSCHLAND möchte ich außerdem dazu einladen, ein bißchen “echtes Kindsein” in “unsere Erwachsenenwelt” hinüberzuretten. Gleichwertig neben der Beschäftigung mit harten Themen. Damit haben mein Co-Produzent und Freund Jan Vogel und ich ab Sommer 2006 innerhalb weniger Monate eine echte Nische in der neuen Medienlandschaft des Internet-TVs erobert, bekamen durch Zeitungsartikel und z.B. die Nominierung als “Online-Journalisten des Jahres 2007″ Medienaufmerksamkeit.
Besonders die direkte, konstruktive Kritik der Zuschauer ist wichtig für uns.

„Professioneller Spaß“ und ernste Auseinandersetzung liegen für mich nah beieinander, und sollten beide unbedingt eine hohe Qualität haben; beides präsentieren wir in Form von handlichen Episoden und in sich abgeschlossenen Folgen als –wie Andrej Tarkowskij sagen würde- „Versiegelte Zeit“.

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Foto: Edgar Brück